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Die 14 Hauptallergene erklärt

Vierzehn Stoffe lösen in Europa die meisten Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten aus. Die EU schreibt vor, dass sie auf jeder Packung stehen und auch an der Theke oder im Restaurant genannt werden. Grundlage ist die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV), Anhang II.

Diese Seite erklärt, was hinter den Begriffen steckt, wie du Allergene auf der Packung findest und wie sie beim Kochen ungewollt ins Essen geraten. Zu jedem der vierzehn Allergene gibt es eine eigene Seite. Die Liste steht weiter unten, vor den Quellen.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob du eine Allergie oder Unverträglichkeit hast und was du meiden musst, klärt eine Ärztin oder ein Arzt.

Allergie, Unverträglichkeit, Zöliakie

Bei einer Lebensmittelallergie hält das Immunsystem ein harmloses Eiweiß für einen Feind. Es bildet Antikörper dagegen, meist vom Typ IgE. Beim nächsten Kontakt reagiert der Körper: an der Haut, in den Atemwegen, im Magen und Darm oder am Kreislauf. Schon sehr kleine Mengen können genügen. Die schwerste Form heißt Anaphylaxie.

Antikörper allein machen noch keine Allergie. Wer sie im Blut hat, ist zunächst nur sensibilisiert. Von einer Allergie spricht man erst, wenn auch Beschwerden auftreten. In Deutschland ist rund ein Viertel der Erwachsenen gegen Lebensmittel sensibilisiert. Eine ärztlich festgestellte Lebensmittelallergie haben dagegen nur knapp 5 Prozent.

Bei einer Unverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt. Wer Laktose nicht verträgt, kann den Milchzucker nicht richtig spalten. Die Beschwerden hängen eher von der Menge ab. Eine Pseudoallergie sieht aus wie eine Allergie, aber ohne Antikörper. Auslöser können Zusatzstoffe sein, etwa Sulfite.

Zöliakie ist eine eigene Krankheit: Das Immunsystem greift bei Kontakt mit Gluten die Dünndarmschleimhaut an. Je nach Untersuchung ist in Deutschland einer von 100 bis einer von 300 Menschen betroffen, viele davon unerkannt. Zöliakie ist keine Weizenallergie.

Milch zeigt, warum der Unterschied zählt: Wer Laktose nicht verträgt, kommt oft mit laktosefreier Milch zurecht. Wer gegen Milcheiweiß allergisch ist, nicht. Laktosefreie Milch enthält dasselbe Eiweiß.

Kreuzreaktionen

Manche Eiweiße sehen sich so ähnlich, dass das Immunsystem sie verwechselt. Dann reagiert ein Mensch auf ein Lebensmittel, gegen das er nie sensibilisiert wurde. Das heißt Kreuzreaktion. Bekannte Beispiele:

Eine Kreuzreaktion tritt nicht zwangsläufig auf. Lange Verbotslisten nach botanischer Verwandtschaft schränken oft unnötig ein.

Speichereiweiße sind der Eiweißvorrat im Samen, von dem der Keimling lebt. Sie stecken in Nüssen, Hülsenfrüchten, Getreide und Ölsaaten. Weil sie lange haltbar sein müssen, sind sie sehr stabil gebaut und überstehen Hitze und Verdauung. Allergien gegen Speichereiweiße verlaufen deshalb oft schwerer als Kreuzallergien über Pollen, deren Eiweiße beim Erhitzen zerfallen.

Die Packung lesen

In der Zutatenliste muss jedes der vierzehn Allergene hervorgehoben sein: fett, in Großbuchstaben, unterstrichen oder farbig hinterlegt. Das gilt auch für Allergene in einer zusammengesetzten Zutat, etwa Senf in einer Mayonnaise im Kartoffelsalat. Hat ein Produkt keine Zutatenliste, steht dort „Enthält …“. Wein trägt zum Beispiel den Hinweis „Enthält Sulfite“.

„Kann Spuren von … enthalten“ ist freiwillig. Kein Gesetz regelt, wann der Hinweis stehen muss oder wie er lautet. Er heißt nicht, dass das Allergen sicher drin ist. Und wo er fehlt, sind Spuren nicht ausgeschlossen. Für Spuren gibt es in der EU keine Grenzwerte.

Feste Zahlen gibt es nur an zwei Stellen:

„Laktosefrei“ ist in Deutschland nur für Milchprodukte geregelt: weniger als 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm. Für Schokolade oder Gebäck gibt es keine Regel. Laktosefrei heißt außerdem nicht milchfrei.

An der Theke und im Restaurant gilt die Pflicht ebenfalls, auch beim Bäcker, in der Kantine und in der Eisdiele. Die Angaben dürfen auf einem Schild, in der Speisekarte oder in einer Mappe stehen. Mündlich genügt nur, wenn das Personal Bescheid weiß und eine schriftliche Liste der Allergene bereitliegt. Die darfst du einsehen.

Allergene in der eigenen Küche

Ein Allergen kann in ein Gericht gelangen, das es eigentlich nicht enthält. Fachleute sprechen von Kreuzkontakt. Typische Wege:

Hitze zerstört die meisten Allergene nicht. Anders als Bakterien überstehen viele Allergene das Kochen, Braten und Backen. Erhitzen ersetzt deshalb keine Reinigung.

Gründlich reinigen heißt: mit Spülmittel oder Seife waschen und abspülen. In einer Studie zu Erdnuss-Eiweiß blieb nach bloßem Abwischen mit Wasser oder nach Desinfektionsgel oft etwas zurück. Waschen mit Seife entfernte es.

Was hilft, wenn du für jemanden mit Allergie kochst:

So nutzt du Kombisto bei Allergien

Die 14 Allergene im Einzelnen

Stand: Oktober 2026

Quellen

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