KOMBISTO.

Sesam

Sesam ist eine der ältesten Ölpflanzen der Welt. Seine kleinen Samen gibt es in Weiß, Schwarz, Braun und Rot. In Europa ist eine Sesam-Allergie eher selten, in manchen Ländern gehört sie zu den häufigsten Lebensmittelallergien. Die USA haben Sesam erst 2023 in ihre Liste der Hauptallergene aufgenommen, in der EU steht er seit 2005 darauf.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob du Sesam meiden musst, klärt eine Ärztin oder ein Arzt.

Was genau gemeint ist

Das Gesetz nennt „Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse“, ohne Ausnahme. Anders als bei Soja gilt das auch für Öl: Sesamöl muss immer gekennzeichnet sein.

Wo Sesam steckt

Immer drin ist Sesam in Tahin (Sesammus), Halva, Sesamkrokant und Sesamriegeln, im japanischen Gomasio (Sesamsalz) und in Furikake (Reiswürze). Hummus enthält fast immer Tahin.

Oft drin ist er in:

In Kosmetik und manchen Arzneimitteln steckt Sesamöl unter dem Namen „Sesamum indicum“.

Namen auf der Zutatenliste

In der EU muss „Sesam“ hervorgehoben in der Zutatenliste stehen. Bei Importware begegnen dir auch diese Namen: Tahin oder Tahini, Gomasio, Halva, Benne, Gingelly, Til, Sim Sim.

Ein Hinweis „Kann Spuren von Sesam enthalten“ ist bei Backwaren häufig. Die kleinen Samen haften durch statische Aufladung an Maschinen, Blechen und Kleidung. In Bäckereien sind sie deshalb kaum vollständig herauszuhalten. An der Theke können Samen von einem Brötchen auf das nächste wandern.

Beim Kochen

Die wichtigsten Allergene des Sesams überstehen Hitze und Verdauung. Auch gebackener oder gerösteter Sesam kann also Reaktionen auslösen.

Manche Allergene sitzen in den Öltröpfchen der Samen. Deshalb kann auch Sesamöl eine Rolle spielen, besonders das ungefilterte, geröstete Öl der asiatischen Küche. Diese Öl-Allergene erfassen die üblichen Haut- und Bluttests schlecht.

Bei ganzen Samen kommt es auch darauf an, ob man sie zerkaut. Manche Betroffene vertragen ein Sesambrötchen, aber kein Tahin. Gemahlener Sesam setzt die Eiweiße frei. Eine Entwarnung ist das nicht: Reaktionen auf ganze Samen können verzögert auftreten, bis zu anderthalb Stunden später, wenn die Samenschale verdaut ist.

Ersatz

Sesam kann mit Erdnuss, Nüssen, Kiwi und Mohn über Kreuz reagieren. Welcher Ersatz verträglich ist, hängt von der Person ab.

Hintergrund: eine uralte Ölsaat

Funde aus der Indus-Kultur zeigen, dass Menschen Sesam vor über 4000 Jahren anbauten, vermutlich zuerst auf dem indischen Subkontinent. Wann genau, darüber gehen die Angaben weit auseinander. In Mesopotamien ist Sesam aus der Zeit um 2250 vor Christus belegt, wohl über den Handel mit dem Indus-Tal.

Heute wächst Sesam in mehr als 70 Ländern, vor allem im Sudan, in Indien, Myanmar, China und Nigeria. Er kommt mit wenig Wasser aus und ist für viele Kleinbauern in Afrika und Asien wichtig.

Hintergrund: „Sesam, öffne dich“

Die Zauberformel stammt aus „Ali Baba und die vierzig Räuber“. Zuerst taucht sie in der französischen Fassung von „Tausendundeine Nacht“ auf, die Antoine Galland Anfang des 18. Jahrhunderts herausgab. Warum ausgerechnet Sesam, weiß niemand sicher. Eine beliebte Erklärung: Reife Sesamkapseln springen von selbst auf und geben ihre Samen frei.

Rezepte ohne Sesam suchen

Eine eigene Zutatenliste prüfst du im Zutaten-Check.

Stand: Oktober 2026

Quellen

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