KOMBISTO.

Fisch

In Deutschland hat etwa jeder 200. Erwachsene eine Fischallergie. Anders als die Allergien gegen Ei oder Milch wächst sie sich meist nicht aus. Sie betrifft Fische aus dem Meer und aus dem Süßwasser.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob du Fisch meiden musst und welche Arten, klärt eine Ärztin oder ein Arzt.

Was genau gemeint ist

Das Gesetz nennt „Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse“. Ausgenommen sind zwei Fälle, in denen Fischgelatine kaum allergen ist:

Fischöl ist nicht ausgenommen. Krebstiere und Weichtiere sind eigene Allergene.

Wo Fisch steckt

Offensichtlich ist er in Filet, Fischstäbchen, Räucherfisch, Thunfisch und Sardinen aus der Dose, Hering, Matjes und Kaviar. Auch in Paella, Bouillabaisse, Labskaus und Vitello tonnato steckt er.

Versteckt steckt er in:

Namen auf der Zutatenliste

Meist steht die Fischart da und ist hervorgehoben: Lachs, Kabeljau, Seelachs, Thunfisch, Sardellen, Anchovis, Hering, Makrele. Achte außerdem auf: Fischeiweiß, Fischöl, Lebertran, Fischgelatine, Fischsoße, Fischfond, Surimi, Rogen.

Beim Kochen

Das wichtigste Fisch-Allergen heißt Parvalbumin. Es steckt im Muskelfleisch und ist für mehr als 70 Prozent der Fischallergien verantwortlich. Das kleine Eiweiß ist sehr stabil: Kochen, Braten und Räuchern machen es nicht unschädlich.

Bei Fisch können schon die Dämpfe beim Kochen Reaktionen auslösen. Das gilt in der Küche zu Hause und in der Großküche.

Kreuzkontakt entsteht leicht über:

Die Arten unterscheiden sich. Thunfisch hat viel dunkles Muskelfleisch mit wenig Parvalbumin. Haie und Rochen besitzen eine andere Form des Eiweißes. Manche Menschen mit Fischallergie vertragen deshalb einzelne Arten. Welche, lässt sich nur ärztlich klären.

Nicht jede Reaktion ist eine Allergie

Ersatz

Hintergrund: Garum, die Würze der Römer

Die Römer würzten viele Gerichte mit einer Fischsoße namens Garum. Dafür legten sie Fisch in Salz ein. Die Enzyme des Fisches zersetzten das Eiweiß. So entstand eine Flüssigkeit voller Glutamat, die kräftig nach Umami schmeckte. Hergestellt wurde Garum ähnlich wie heutige Fischsoße aus Südostasien.

In Pompeji war Fischsoße ein blühendes Geschäft und für alle Schichten erschwinglich. Große Werkstätten gab es rund ums Mittelmeer, etwa in Spanien, Portugal und Nordafrika. Ein Nachfahre lebt an der Amalfiküste weiter: die Sardellensoße Colatura di alici aus Cetara.

Rezepte ohne Fisch suchen

Eine eigene Zutatenliste prüfst du im Zutaten-Check.

Stand: Oktober 2026

Quellen

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