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Erdnüsse

Die Erdnuss ist eine Hülsenfrucht, verwandt mit Erbse und Bohne. Mit Haselnuss oder Mandel hat sie botanisch nichts zu tun. Eine Erdnussallergie beginnt meist in der Kindheit und bleibt oft ein Leben lang. Bei Kindern ist die Erdnuss laut Deutschem Allergie- und Asthmabund der häufigste Auslöser schwerer allergischer Reaktionen.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob du Erdnüsse meiden musst, klärt eine Ärztin oder ein Arzt.

Was genau gemeint ist

Das Gesetz nennt „Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse“, ohne jede Ausnahme. Anders als bei Soja gilt das auch für raffiniertes Öl: Erdnussöl muss immer gekennzeichnet sein.

Erdnüsse sind ein eigenes Allergen, getrennt von den Schalenfrüchten. „Kann Spuren von Schalenfrüchten enthalten“ meint die Erdnuss nicht. Steht nur „Kann Nüsse enthalten“, lohnt sich eine Nachfrage beim Hersteller.

Wo Erdnüsse stecken

Offensichtlich sind sie in Erdnussbutter, Erdnussflips, gesalzenen Erdnüssen und Studentenfutter. Weniger offensichtlich in:

Namen auf der Zutatenliste

Achte auf alle Wörter mit „Erdnuss“: Erdnuss, Erdnussbutter, Erdnussmus, Erdnussmehl, Erdnussöl, Erdnusspaste. In Kosmetik und Arzneimitteln heißt Erdnussöl auch Arachisöl. Auf englischen Packungen steht „peanut“ oder „groundnut“.

Beim Kochen

Erdnüsse enthalten mehrere Allergene, die meisten davon sehr stabil. Schon Milligramm-Mengen können schwere Reaktionen auslösen.

Wie Erdnüsse zubereitet werden, scheint eine Rolle zu spielen. In Laborversuchen banden trocken geröstete Erdnüsse die Antikörper von Allergikern viel stärker als rohe. Gekochte und frittierte Erdnüsse banden sie schwächer. Forschende vermuten darin einen Grund, warum Erdnussallergien in China, wo man Erdnüsse eher kocht, seltener sind als in den USA, wo man sie röstet. Für Menschen mit Erdnussallergie sind aber auch gekochte Erdnüsse nicht sicher.

Beim Öl kommt es auf die Herstellung an. In einer Studie reagierte niemand mit Erdnussallergie auf raffiniertes Erdnussöl, aber jeder Zehnte auf kaltgepresstes. Gekennzeichnet werden muss beides.

Kreuzkontakt entsteht leicht über Messer, Bretter, Frittierfett und Produktionsanlagen, auf denen auch Erdnüsse verarbeitet werden.

Verwandte Allergene

Ersatz

Nussmus und Tahin sind nur dann ein Ersatz, wenn die jeweilige Nuss oder Sesam vertragen wird.

Hintergrund: Die Nuss aus der Erde

Ihren Namen hat die Erdnuss von einer Besonderheit: Nach der Blüte wächst ein Stiel nach unten und schiebt den Fruchtknoten in den Boden. Dort reift die Hülse unter der Erde.

Die Erdnuss stammt aus Südamerika, ihre wilden Vorfahren aus dem Gebiet des heutigen Bolivien und Nordwest-Argentinien. Menschen bauen sie dort seit mehreren Tausend Jahren an. Spanische Eroberer fanden Erdnüsse schon auf den Märkten der Azteken. Heute wächst fast die Hälfte der Weltproduktion in China und Indien.

Hintergrund: Früh essen, seltener allergisch

Lange rieten Fachleute Eltern, Kleinkindern mit Allergierisiko keine Erdnüsse zu geben. Eine große britische Studie stellte das 2015 auf den Kopf. Sie begleitete 640 Babys mit hohem Allergierisiko. Kinder, die von klein auf regelmäßig Erdnuss aßen, hatten mit fünf Jahren viel seltener eine Erdnussallergie als Kinder, die Erdnuss mieden: 1,9 gegenüber 13,7 Prozent.

Das ist kein Rat, Babys einfach Erdnüsse zu geben. Ganze Nüsse sind für kleine Kinder wegen der Erstickungsgefahr tabu, und bei Allergierisiko gehört die Frage in die Kinderarztpraxis.

Rezepte ohne Erdnüsse suchen

Eine eigene Zutatenliste prüfst du im Zutaten-Check.

Stand: Oktober 2026

Quellen

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