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Sellerie

In Mitteleuropa gehört Sellerie zu den wichtigsten pflanzlichen Auslösern von Lebensmittelallergien bei Erwachsenen. In einer größeren Schweizer Studie stand er sogar an erster Stelle. In den USA dagegen ist Sellerie nicht einmal ein Pflichtallergen. Das liegt an Pollen, und an unserem Suppengrün.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob du Sellerie meiden musst, klärt eine Ärztin oder ein Arzt.

Was genau gemeint ist

Das Gesetz nennt „Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse“, ohne Ausnahme. Gemeint ist die ganze Pflanze in jeder Form: Knolle, Stangen, Blätter und Samen. Knollensellerie, Staudensellerie und Schnittsellerie sind Sorten derselben Art.

Wo Sellerie steckt

Offensichtlich ist er in Selleriepüree, Sellerieschnitzel, Waldorfsalat, Rohkost mit Staudensellerie und im Suppengrün. Versteckt steckt er in:

Namen auf der Zutatenliste

Achte auf: Sellerie, Knollensellerie, Staudensellerie, Selleriepulver, Selleriesaft, Selleriesamen, Selleriesalz.

Beim Kochen

Ob gekochter Sellerie vertragen wird, ist sehr unterschiedlich. In einer Zürcher Studie reagierte gut die Hälfte der Betroffenen auch auf gekochten Sellerie, alle Getesteten auf Selleriegewürz. Bei einigen blieb Sellerie sogar nach der langen Erhitzung einer Konserve allergen.

Das wichtigste Allergen der Knolle zerfällt zwar beim Erhitzen. Nach dem Abkühlen kann es aber wieder seine alte Form annehmen. Beim Apfel klappt das nicht, deshalb vertragen viele Menschen mit Birkenpollenallergie Apfelkompott, aber keinen rohen Apfel. Für Sellerie gilt das nur eingeschränkt.

Kochen ist also kein verlässlicher Schutz. Brühe, Pulver und Gewürze bleiben ein Thema.

Ersatz

Vorsicht bei Karotte, Pastinake, Petersilie, Fenchel, Dill, Kümmel, Koriander und Anis. Sie sind wie Sellerie Doldenblütler, und Kreuzreaktionen sind bekannt. Ob sie vertragen werden, ist individuell.

Hintergrund: Pollen und Suppengrün

Das Hauptallergen der Sellerieknolle ähnelt einem Eiweiß aus Birkenpollen. Wer auf Birkenpollen allergisch ist, reagiert deshalb oft auch auf Sellerie. Dazu kommt eine Verbindung zu Beifußpollen, die oft zu schwereren Reaktionen führt. In Fachkreisen heißt das Birke-Beifuß-Sellerie-Syndrom. In Deutschland reagierten rund 70 Prozent der Patientinnen und Patienten mit einer pollenbedingten Lebensmittelallergie im Test auf Sellerie.

Dass Sellerie in Mitteleuropa so viel wichtiger ist als in den USA, liegt wohl an beidem: viel Birken- und Beifußpollen und eine Küche, in der Knollensellerie fest dazugehört, vom Suppengrün bis zum Selleriesalat. Belegt ist dieser Zusammenhang nicht, aber er erklärt den Unterschied gut. Auffällig ist: Berichte über Sellerie-Allergie kommen vor allem aus Ländern, in denen viel Sellerie gegessen wird, etwa aus Frankreich und der Schweiz.

Hintergrund: Knolle, Stange, Kraut

Knollensellerie bildet eine dicke Knolle und schmeckt erdig. Staudensellerie hat fleischige Stiele und kaum eine Knolle, er schmeckt frischer, mit einem Hauch Anis. Schnittsellerie sieht aus wie Petersilie und wird wie ein Kraut verwendet. Alle drei sind dieselbe Pflanzenart. Die meisten Allergie-Studien in Mitteleuropa beziehen sich auf die Knolle, weil sie hier das übliche Gemüse ist.

Rezepte ohne Sellerie suchen

Eine eigene Zutatenliste prüfst du im Zutaten-Check.

Stand: Oktober 2026

Quellen

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