Versteckte tierische Zutaten
Wer vegan oder vegetarisch kocht, erkennt Fleisch, Wurst und Käse auf den ersten Blick. Schwieriger wird es bei Zutaten, die harmlos klingen: Worcestersoße, Parmesan, Wein oder Tortenguss. Dieser Ratgeber zeigt, wo tierische Bestandteile stecken und wie Kombisto damit umgeht.
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du dich aus gesundheitlichen Gründen vegan oder vegetarisch ernährst, besprich deine Ernährung mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Vegan oder vegetarisch: der Unterschied
- Vegetarisch heißt: kein Fleisch, kein Geflügel, kein Fisch, keine Meeresfrüchte und nichts, wofür ein Tier getötet wurde, also auch keine Gelatine und kein tierisches Lab. Milch, Eier und Honig sind erlaubt.
- Vegan heißt: nichts vom Tier. Milch, Eier und Honig fallen also ebenfalls weg.
Die tierischen Bestandteile im Einzelnen
Kombisto unterscheidet bei jeder Zutat zehn Arten tierischer Bestandteile.
Fleisch und Geflügel
Offensichtlich in Braten, Hack und Wurst. Versteckt in Brühe und Fond, in Schmalz und in manchen Fertigsoßen. Gemüsebrühe ist meist vegan, ein Blick auf die Packung lohnt trotzdem.
Fisch
Worcestersoße enthält in der klassischen Rezeptur Sardellen. Fischsoße würzt viele thailändische und vietnamesische Gerichte. Auch Caesar-Dressing und manche Misopasten enthalten Fisch.
Meeresfrüchte
Austernsoße wird aus Austern gekocht. Rote und grüne Currypasten enthalten oft Garnelenpaste, manche scharfe Chilisoßen ebenso.
Milch
Butter, Sahne, Joghurt, Quark und Käse sind klar. Versteckt steckt Milch in Pesto, in Backwaren, in Schokolade und als Molkenpulver oder Kasein in Fertigprodukten. Milchzucker (Laktose) und Molkenpulver stecken oft auch in Würzmischungen, etwa auf Chips.
Kein Problem ist dagegen Milchsäure (E 270). Ihr Name stammt von saurer Milch. Heute gewinnen Hersteller sie aber meist durch Gärung aus Zucker oder Stärke.
Ei
Frische Nudeln, Mayonnaise, Panade, Baiser und viele Kuchen enthalten Ei. Eiweiß klärt außerdem manchen Wein.
Honig
Honig ist vegetarisch, aber nicht vegan. Er steckt in Honigsenf, Salatsoßen, Marinaden und Müsli.
Auch hinter einem Aroma kann Honig stecken. Natürliche Aromen dürfen aus tierischen Rohstoffen stammen. Steht „natürliches Honigaroma“ auf der Packung, muss das Aroma fast vollständig aus Honig gewonnen sein.
Gelatine
Gelatine wird aus Haut und Knochen von Schweinen und Rindern gewonnen. Sie bindet Gummibärchen, Marshmallows, Tortenguss, Sahnesteif, Panna cotta und Aspik. Pflanzliche Alternativen sind Agar-Agar, Pektin und Johannisbrotkernmehl.
Tierisches Lab
Lab lässt Milch zu Käse gerinnen. Klassisches Lab stammt aus dem Magen junger Kälber. Parmesan, Pecorino und Grana Padano müssen damit hergestellt werden und sind deshalb nicht vegetarisch. Viele andere Käse nutzen mikrobielles Lab. Ob tierisches Lab drin ist, steht selten auf der Packung. Manche Hersteller kennzeichnen ihren Käse ausdrücklich als vegetarisch.
Sonstige tierische Bestandteile
Dazu zählt alles, was in keine der Gruppen oben passt. Beispiele sind der rote Farbstoff Karmin (E 120) aus Schildläusen und der Überzug Schellack (E 904).
Auch Bienenwachs (E 901) gehört dazu. Auf Gummibärchen sorgt es dafür, dass sie nicht zusammenkleben. Auf der Packung steht es dann als „Überzugsmittel: Bienenwachs“. Vegane Gummibärchen nehmen stattdessen Carnaubawachs (E 903) aus den Blättern einer Palme. Bienenwachs überzieht außerdem manches Obst, damit es weniger Feuchtigkeit verliert, zum Beispiel Zitrusfrüchte, Äpfel, Birnen und Melonen. Solches Obst trägt den Hinweis „gewachst“.
Klärmittel in Wein, Saft, Essig und Bier
Wein, Sekt, Fruchtsaft und Weinessig werden oft geklärt, damit sie nicht trüb sind. Dafür nehmen Hersteller manchmal Gelatine, Hausenblase (aus Fischblasen), Eiweiß oder Kasein aus Milch. Auf dem Etikett steht das nicht. Wer sicher gehen will, greift zu Wein mit veganem Siegel.
Bei Bier aus Deutschland ist das anders. Das Vorläufige Biergesetz erlaubt zum Klären nur Stoffe, die mechanisch oder adsorbierend wirken und danach wieder entfernt werden. Deutsche Brauereien filtern meist mit Kieselgur. Tierische Klärmittel wie Hausenblase kommen eher bei Bieren aus dem Ausland vor, etwa bei manchem britischen Ale.
Ein Sonderfall ist das Etikett: Viele Brauereien kleben es mit einem Leim auf die Flasche, der Kasein aus Milch enthält. Ins Bier gelangt der Leim nicht. Wer auch das vermeiden will, fragt bei der Brauerei nach oder greift zur Dose.
Wie Kombisto tierische Zutaten erkennt
Kombisto kennt zu jeder Zutat in seinem Wörterbuch, welche tierischen Bestandteile sie sicher oder möglicherweise enthält. Daraus leitet es ab, ob ein Rezept vegan oder vegetarisch ist:
- Ein Rezept gilt erst dann als vegan oder vegetarisch, wenn Kombisto alle Zutaten erkannt hat und keine davon etwas Tierisches enthält, auch nicht möglicherweise.
- Nennt die Rezeptseite ein Rezept vegan, findet Kombisto aber sicher eine tierische Zutat, entfernt Kombisto die Angabe.
Mehr dazu im Ratgeber Wie Kombisto Allergene erkennt. Rezepte findest du auf den Themenseiten Vegan und Vegetarisch.
Eine eigene Zutatenliste prüfst du im Zutaten-Check. Er zeigt, welche Zeilen gegen vegan oder vegetarisch sprechen. Was du stattdessen nehmen kannst, zeigt der Ersatz-Finder. Wie du Ei, Milch, Butter, Honig und Gelatine ersetzt, erklärt der Ratgeber Zutaten ersetzen.
Kombisto liest die Zutaten automatisch aus. Prüfe deshalb immer das Originalrezept und bei Fertigprodukten die Packung.
Stand: Oktober 2026